Da, wo der Dschungel lacht

Für einen Abend den Büroalltag hinter sich lassen, in dichte tropische Wälder eintauchen und sich in mythischen Traumwelten verlieren: Zwei Wealth lud dieses Mal die Zürcher Galerie Karma International ein, um in der Villa Mythenstein Werke von Alex Becerra, Urban Zellweger, Vivian Suter und Pamela Rosenkranz in Szene zu setzen.

Im kurzen, aber umso sympathischeren Austausch zwischen Justine Hauer, Direktorin von Karma International, und Nadeschda Hoidn Wiede von Zwei Wealth wurden einerseits die Galerie und ihre Künstler vorgestellt. Dabei erfuhr man auch, wie sich Karma International von seinen Anfängen als Non-Profit-Projekt zu einer renommierten Galerie mit vielseitigem Programm entwickelt hat. Andererseits schwang immer wieder jene Frage mit, die Zwei Wealth schon lange beschäftigt: Was macht das Leben reich? Eine mögliche Antwort: Kunst. Und mit ihr die Möglichkeit, den eigenen Horizont zu erweitern.

Da kommen die Werke von Alex Becerra gerade recht: In seinen Bildern mit Szenarien aus dem dicht bewachsenen Dschungel beschäftigt er sich nämlich mit dem fehlenden Horizont, wie Hauer erklärt. Bunt und froh kommen sie daher – ein gelungener Kontrast an den Wänden der altehrwürdigen Villa. «La selva sonríe», «Der Dschungel lächelt», heisst das besonders grosse Werk gleich gegenüber vom Eingang. Wahrscheinlich, weil es selbst ein wenig schmunzeln muss beim Gedanken, dass der auf ihm abgebildete mexikanische Dschungel nun plötzlich in dieser eleganten Villa mitten in Zürich hängt.

Karma Vernissage Alex Becerra
Alex Becerra, After the Yucatán pt. III (La Selva Sonríe), courtesy of the artist and Karma International

Gleich im Nebenzimmer sind die eigenwilligen Traumwelten von Urban Zellweger ausgestellt. Je länger man sie betrachtet, desto mehr taucht man selbst in diese Welten ein. Bilder, die einen den Büroalltag definitiv vergessen lassen.

Karma Vernissage Urban Zellweger
Urban Zellweger, New Note, courtesy of the artist and Karma International

Bei Vivian Suter wiederum hat die Natur selbst ihre Spuren hinterlassen. Eines der grossen, über dem Treppengeländer hängenden Werke wurde von der Künstlerin zunächst bemalt und anschliessend in der Wildnis aufgehängt, wo Wind, Regen, Tiere und Pflanzen daran weiterarbeiteten. Gerade heute eine tröstliche Idee: Man muss nicht alles kontrollieren – und manchmal kommt es besser, wenn man die Dinge ihrem natürlichen Lauf lässt. Mit dieser Erkenntnis lebt es sich ein ganzes Stück leichter.

Karma Vernissage Vivian Suter cropped
Vivian Suter, Untitled, n.d., courtesy of the artist and Karma International

Vielleicht endete der Abend auch wegen ebendieses Gedankens ganz ungezwungen und vergnügt bei Wein und angeregten Gesprächen, die mal von der Kunst und dann wieder vom Leben handelten. Oder ist beides am Ende das Gleiche?

Impressionen des Abends

Ein Abend zwischen Kunst, Begegnungen und neuen Perspektiven. Einige Eindrücke von unserer Vernissage mit Karma International in der Villa zum Mythenstein.

 

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